Förderdiagnostisches Modell

Um bei Lernschwierigkeiten Lösungen zu erreichen, analysieren wir die Lernausgangslage des Kindes, berücksichtigen seine Lern- und Lebenssituation, entwickeln geeignete Förderziele und geben eine individuelle Lernunterstützung. Dieses förderdiagnostische Prozessmodell bietet einen Leitfaden für diese Aufgaben.

Abbildung: Förderdiagnostisches Prozessmodell

Die vier Komponenten heißen:

Die kursiv markierten Anfangsbuchstaben werden in der Abkürzung "OPUS-Modell" zusammengefügt.

Das förderdiagnostische Prozessmodell kann in der Schule angewandt werden. Die Personen, die das Kind bisher begleitet haben, kennen seine Lebenssituation und wissen, wie es bisher gefördert wurde. Wenn eine besondere Förderung notwendig ist, können sie die folgenden Schritte gehen:

- Sie orientieren sich differenziert und gezielt über die Lernausgangslage und versuchen, Erklärungen für die Entwicklungsprobleme zu finden.

- Sie entwickeln geeignete Förderziele und planen Fördermaßnahmen.

- Sie realisieren die Maßnahmen und unterstützen das Kind in seiner Lerntätigkeit und Gemeinsamkeit mit anderen Kindern.

- Schließlich reflektieren sie über das Geschaffte, betrachten die Lern- und Lebenssituation, die sich nun herausgebildet hat, analysieren die Ursachen für Erfolge und Misserfolge und arbeiten die weiteren Erfolgsbedingungen und den künftigen individuellen Förderbedarf heraus.

 

Mit dem vierten Schritt sind sie an einem neuen Anfang angelangt und können auf einer höheren Ebene in den neuen OPUS-Kreislauf eintreten, der wieder den genannten pädagogischen Handlungsbogen enthält (O: genauere Analyse der Ausgangslage – P: neue Ziele und Entscheidungen für Fördermaßnahmen – U: Realisierung – S: neue Reflexion über die nun entstandene Situation und Wünsche für weitere Schritte).

 

Der Handlungsbogen kann sich im Kleinen wie im Großen zeigen: im Kleinen in der einzelnen Förderstunde, im Großen über mehrere Monate.