www.individuelle-lernförderung.de
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(8) Oberziel

Das Oberziel besteht in der Entwicklung und Festigung positiver Lernsituationen. Diese zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass der Lernende motiviert ist, sich wohlfühlt, seine Mitarbeit und Anstrengung als sinnvoll empfindet und seine Strategien des Nachdenkens, Planens und der Beharrlichkeit einsetzt. Ein individuelles Förderkonzept muss sich primär auf die Verbesserung der individuellen Lernsituation richten, als Voraussetzung der Leistung also die Teilhabe und das Wohlbefinden in den Vordergrund stellen.

Versuchen Sie, ein solches Ziel für das Kind anzupeilen oder gar zu visualisieren!

 

Stellen Sie sich möglichst lebendig vor, in welcher Lage das Kind oder der Jugendliche sich, wenn alles gut läuft, in mehreren Monaten (oder einem Jahr) befinden könnte. Hemmende Faktoren haben ihre Wirksamkeit verloren, alles hat sich in eine vielversprechende Richtung entwickelt: die äußeren Lernbedingungen (Anforderungen, Unterstützungssysteme) und die psychischen Gegebenheiten bei dem Kind. Der Weg des Kindes oder Jugendlichen in eine gute Zukunft ist offen, die Hindernisse von heute gibt es nicht mehr und es sind die Kräfte entwickelt worden, sie zu bewältigen.

 

Wie können wir ein solches Ziel „erdenken“? Vielleicht hilft eine Anregung aus der lösungsorientierten Therapie. Dort gibt es die Wunderfrage ("Tue mal so, als ob über Nacht ein Wunder geschehen ist und alle Probleme gelöst sind."). Die Wunderfrage führt weg von der Fixierung auf das Problem und aktiviert Lösungsideen und ‑energien. 

 

Beispiele für Oberziele (bei positivem Verlauf als Zukunft vorstellbar):

Gabriella ist im Klassenverband so gut integriert, dass sich für sie daraus eine angenehme Lernatmosphäre ergibt. Daraus resultiert eine positive Lern- und Arbeitsweise.

Abdullah erfährt eigene Stärken und positive Seiten. Er kann sich selbst besser annehmen und im Zuge dessen mit anderen Kindern wertschätzend interagieren.

Regine fühlt sich in ihrer Klasse sicher und sucht dort auch aktiv Hilfe. In der Gruppenarbeit bietet sie eigene Lösungsvorschläge an und ist generell lernbereit. Im Kollegium gibt es einen engen Austausch und der Kontakt zu den Eltern ist vertrauensvoll.

Thomas fühlt sich wohl und sicher in seiner Klasse und fühlt sich von seinen Lehrern verstanden und lernt allmählich und mit Hilfen sich selbst zu regulieren.